Antipasti-Quinoa-Salat mit gratiniertem Ziegenkäse
Ernährung

Quinoa – das Powerkorn der Inkas

Geschichte:

Quinoa gehörte bereits vor 6.000 Jahren zu den Grundnahrungsmitteln der Inkas. Die Pflanze war heilig und stand für Kraft, Energie und Widerstandsfähigkeit.  Spanische Eroberer verboten den Anbau der Pflanze und führten Weizen, Gerste und Hafer ein.

Vorkommen:

Heute findet der Anbau größtenteils in Peru, Bolivien und Ecuador statt – entlang der Westküste Lateinamerikas. Die besten Bedingungen findet Quinoa in den Hochebenen der Anden, in knapp 4.000 m Höhe.

Pflanze:

Perureis – wie sie auch genannt wird ist Pflanze des Jahres 2013. Sie stammt aus der Gattung des Gänsefuß, gehört zur Art der Fuchsschwanzgewächse und ist damit direkt verwandt mit roter Bete, Spinat und Mangold. Ihr Aussehen und dir Größe sind abhängig von der Sorte und den Anbaubedingungen.  Allein in Bolivien gibt es 3.000 verschiedene Arten.

Die einjährige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 2 m. Sie ist sehr widerstandsfähig und gedeiht auch unter extremen Witterungsbedingungen. Quinoa benötigt kaum Dünger oder Wasser und liebt karge Böden. Die Felder werden von den Bauern teilweise noch traditionell in Handarbeit bewirtschaftet.

Quinoa blüht – je nach Sorte – in unterschiedlichen Farben.  In den Blüten reifen zahlreiche kleine Samen heran. Diese werden zwischen April und Juni geerntet. Dafür wird die Pflanze mit der Wurzel ausgerissen und getrocknet.

Nach ein paar Tagen wird sie auf einem Tuch ausgebreitet und gedroschen. Der Wind hilft beim Trennen von Spreu und Korn.

Vorteile:

Die Samen sind vielfältig verwendbar. Ob in Suppe, Salaten, Aufläufen, als Beilagen, als Nachtisch oder als Frühstück. Weil die Zubereitung der von Reis ähnelt, wird es auch Peru- oder Inkareis genannt.  Auch als Pseudogetreide wird sie bezeichnet, enthält jedoch kein Gluten. Dies macht sie zu einem idealen Lebensmittel bei Glutenunverträglichkeit.

Zubereitung:

In der Schale der Quinoa sind Sapoine enthalten, Bitterstoffe. Mit diesen schützt sich die Pflanze vor Insekten. Aus diesem Grund ist es wichtig die samen vorm Verwenden gründlich mit viel Wasser auszuwaschen oder bereits gewaschene Quinoa zu benutzen (bei Pops oder Flocken ist dies nicht notwendig).

Anschließend wird der Inkareis wie Reis gekocht. Hierzu nimmt man ein Verhältnis von 1:3. Auf einen Teil Quinoa kommen 3 Teile Flüssigkeit.

Dessert mit Quinoa
Quinoa als Dessert

Was macht Quinoa so außergewöhnlich?

Inkareis hat viele verschiedene tolle Eigenschaften.

100 g haben – ähnlich wie Reis – ca. 330 kcal, stecken aber voller Power. Sie ist sehr proteinreich und ist damit ein Sattmacher. Dabei sind die Samen fettarm, enthalten viele komplexe Kohlenhydrate und Ballaststoffe und sorgen so für eine geregelte Verdauung und können das Darmkrebsrisiko senken. Die enthaltenen Ballaststoffe sind außerdem eine günstige Nahrungsquelle für die guten Darmbakterien.

Quinoa ist basisch, senkt, auch durch das enthaltene Magnesium, den Cholesterinspiegel und wirkt der Übersäuerung entgegen. Da sie einen niedrigen glykämischen Index hat, steigt der Zuckerspiegel im Blut nicht unkontrolliert sondern langsam und gleichmäßig an, was wiederum eine gleichmäßige Insulinreaktion auslöst. Somit werden Heißhungerattacken verhindert.

Mit 8 mg Eisen und 80 mg Calcium pro 100 g ist Quinoa vor allem für Vegetarier und Veganer interessant. Auch das enthaltene Lysin – welches sonst vor allem in Fleisch und Fisch vorkommt, macht es für Menschen, die kein Fleisch oder Fisch essen zu einem hervorragenden Lebensmittel.

Neben Omega 3 Fettsäuren enthalten die Samen jede Menge Tryptophan.

Tryptophan wird im Gehirn in Serotonin umgewandelt, dem Glücksstoff für gute Laune. Ein Mangel führt zu Schwermut, Trübsinnigkeit und depressiver Verstimmung.

Welche Sorten wird in Deutschland verkauft?

weiße Quinoa:mildes, nußiges Aroma; lockerflockig, passt ideal zu Fisch, Fleisch, Gemüse aber auch zu Süßspeise und zum Frühstück als Brei

rote Quinoa: herzhaft nußig, locker und körnig, geeignet für Salat, Fisch, Fleisch und Gemüse, beim Kochen färbt sich der Inkareis braun.

schwarze Quinoa: feines, süß-nußiges Aroma, bissfest, besonders geeignet für Salate, Pfannengerichte und Curry, die Farbe bleibt beim Kochen erhalten

Weiterhin gibt es noch „Quinoa dreierlei“, eine Mischung aus weißen, roten und schwarzen Samen. Vor allem optisch ist diese Mischung toll.

Mittlerweile werden verschiedene Lebensmittel wie Schokolade, Müsliriegel, Knäckebrot oder Smoothies mit Quinoa angereichert, jedoch ist der Anteil am Gesamtprodukt oft gering. Hier lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste.

Nachteile:

Wie jedes Produkt, hat natürlich auch die Quinoa ihre Nachteile. Allem voran ist der lange Transportweg zu nennen bis nach Deutschland, welcher aus Nachhaltigkeitsgesichtspunkten unbedingt genannt werden muss, da er eine hohe Umweltbelastung darstellt.

Da der Anbau primär in den Anden geschieht und die Nachfrage nach Quinoa in den letzten Jahren stark angestiegen ist, sind auch die Preise stark gestiegen. Dies führte dazu, dass sich die eigene Bevölkerung Quinoa nicht mehr leisten kann.  Auch erfolgt die Bewirtschaftung der Felder oft ohne Pause, worunter die Böden leiden.

Mittlerweile wird die Pflanze – durch verändertes Saatgut – global angebaut, es kommen Pestizide zum Einsatz um den Ertrag zu steigern. So kam es zu einem Preisverfall, der vor allem die Andenbewohner in Bolivien traf.

Aus diesem Grund ist es wichtig darauf zu achten wo die Quinoa herkommt und, wenn möglich, fairtrade-Produkte zu kaufen. So werden zumindest die Bauern gerecht bezahlt.

Quinoa-Lachs aus dem Backofen

Als Ersatz für dieses Pseudogetreide dient übrigens die handelsübliche Hirse. Sie ist ebenfalls voll mit guten Inhaltsstoffen.

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