Minimalismus im Kinderzimmer – eine Anleitung – Teil II

Minimalismus im KInderzimmer

Hier folgt nun Teil II der „Minimalismus im Kinderzimmer“-Serie. Teil I findet ihr hier.

Lego und Playmobil

Unser Sohn liebte Playmobil. Nach uns nach zogen die Top Agents*, die Ritterburg*, die Erweiterung der Ritterburg, unzählige Autos* und so weiter in das – wirklich kleine – Kinderzimmer ein. Er spielte hingebungsvoll damit und dann kam Lego. Minimalismus sieht anders aus!

Ursprünglich hatten wir die Devise: entweder Playmobil oder Lego

Und diese haben wir auch lange verteidigt. Als er dann mehr und mehr auf Lego machten wir einen radikalen Schnitt:

Das Playmobil muss raus!

Wir waren hier wirklich sehr konsequent. Für jedes Lego-Teil was einzog, zog Playmobil aus.

Zuerst in den Keller.
Irgendwann, nachdem sich da einiges angesammelt hatte, haben wir alles verkauft.
Wir waren auf einem Flohmarkt. Auch bei eBay-Kleinanzeigen und in Quoka haben wir Playmobil verkauft.

Im Herbst letzten Jahres zog das letzte Playmobil aus. Seitdem hat unser Sohn nun noch Lego.

Ich kann nur noch einmal betonen: wir waren sehr, sehr konsequent! Und wir haben immer mehr die Erfahrung gemacht, dass Minimalismus sehr viele Vorteile hat.

Wir haben uns nicht umstimmen lassen, wollte er kein Playmobil abgeben, durfte Lego nicht rein.

Das erfordert wirklich viel Konsequenz, starke Nerven und wir hatten den einen oder anderen Streit mit unserem Sohn über dieses Thema. Wir haben ihm jedoch immer wieder geduldig erklärt, dass sein Zimmer zu klein ist für all das Spielzeug. Dass zu viel Spielzeug in seinem Zimmer dazu führt, dass er den Überblick verliert.

Und wir haben Minimalismus vorgelebt, indem wir uns auch von vielen Dingen getrennt haben.

Wie machen wir das heute?

Zuerst einmal:

Unser Sohn wünscht sich immer wieder Lego. Derzeit ist er großer Lego Star Wars und Lego-Minecraft Fan.

Aber wir kaufen ihm keins. Nicht zum Geburtstag, nicht zu Weihnachten und zwischendurch sowieso nicht.
Was wir tun, wir schenken „Müller-Gutscheine“. Diese kann er dann verwenden um Lego zu kaufen. Er hatte im Februar Geburtstag. Von uns bekam er dieses Longboard* und dazu einen 25 Euro „Müller-Gutschein“. Zum Kindergeburtstag wünschte er sich von seinen Freunden ebenfalls einen Müller-Gutschein. Gekauft hat er sich die Lego Minecraft Netherfestung*

Das Positive daran ist, dass er sich zum einen genau überlegt, was er sich kaufen möchte. Oft spart er auf ein bestimmtes Set. Sein Taschengeld spart er ebenfalls (damit zieht schon mal kein gekaufter Klein-Kram ins Kinderzimmer ein). Somit kommt er im Jahr auf 1-2 große Sets.
Auf der anderen Seite behandelt er sein Lego wirklich gut. Er weiß, wie lange es gedauert hat um darauf zu sparen. Somit haben wir zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Seit seinem Geburtstag gibt es hier im Haus einen Lego-Stopp. Er hat nun genug Lego zum Bauen.

Malbücher und Stifte

Malbücher haben wir noch zwei. Und zwar von dieser Reihe*. Beide gehören unserer Tochter.

Ansonsten haben wir Papier. Zeichenblöcke. Das war’s!

Früher hatten wir viele Malbücher, von den Omas geschenkt oder den Freunden.

Die Kinder haben NIE darin gemalt, sie haben schon immer lieber was eigenes gemalt.

Also haben wir die Malbücher in einen Kinderladen gegeben, dort wurden sie verschenkt, an Kinder, die tatsächlich gern darin malen.

Stifte haben wir noch jede Menge. Sowohl Buntstifte als auch Filzstifte. Hier sortieren wir regelmäßig aus.

Ausgetrocknete Stifte werden direkt weggeworfen.

Ebenso Stummel mit denen die Kinder nicht mehr malen können oder Stifte, bei denen die Miene gebrochen ist.

Neue Stifte werden gezielt gekauft. Wenn einer von beiden eine Farbe benötigt, die aus ist, kaufen wir den Stift einzeln nach, in guter Qualität. Davon haben die Kinder mehr als von ganzen Packungen zweifelhafter Qualität, die ständig abbrechen, schnell austrocknen oder farblich nicht decken. Und so kommen wir weg von der Masse an Stiften hin zum Stifte-Minimalismus 🙂

Spiele – Gesellschaftsspiele und Computerspiele

Wir spielen gern Gesellschaftsspiele. Ob Monopoly, Spiel des Lebens oder Spinderella, wir lieben es abends oder am Wochenende gemeinsam zu spielen. Doch auch hier gibt halten wir uns inzwischen an einige Regeln.

Wir probieren die Spiele oft vorher aus. Entweder leihen wir es uns in der Bücherei aus (ältere Spiele), spielen es auf der Spielemesse (neue Spiele) oder bei Freunden. Erst wenn wir alle der Meinung sind, dass es echt toll ist, darf es einziehen. Ebenso ziehen regelmäßig Spiele wieder aus, die wir nicht mehr spielen oder die kaputt gehen.

Erst diese Woche haben wir ein Spiel gehen lassen, welches wir nicht gespielt haben. Es war ein Geschenk und lag nun über ein Jahr rum. Wir haben es in die örtliche Give-Box gegeben, ein anderes Kind freut sich sicherlich darüber.

Bei Computerspielen ist es ähnlich: es wird vorher getestet ob es überhaupt was ist. Da unsere Kinder nicht viel „zocken“ dürfen, hält sich das ganze noch in Grenzen.

Bastelmaterial

Unsere Kinder sind beide sehr kreativ. Sie basteln viel und ausdauernd. Wir halten sie jedoch immer dazu an, Dinge zu benutzen, die wir zu Hause haben. Eierkartons, Zeitung, Wolle oder Bindfaden, Steine, Stroh, gepresste Blumen und Blätter etc.

Nach einer gewissen Zeit, in der das Gebastelte ausgestellt wird Platz gemacht für neue Stücke und die alten verschwinden in den Wertstoff, gehen in die Natur zurück oder wandern (ganz selten) in den Müll.

Haben die Kinder beispielsweise Lust zu kneten, schauen wir nach einem Rezept und stellen Knete oder Salzteig selbst her. Dazu bekommen sie die Plätzchenausstecher, Eierbecher oder Gläser und kneten wild drauf los.

Und wenn die Kinder was brauchen/ wollen? Was wirklich wichtig für sie ist?

Zuerst überlegen wir gemeinsam:

  1. Brauchen Sie es wirklich?
  2. Kann man es irgendwie selbst herstellen/ machen mit den Dingen die wir sowieso zu Hause haben?
    Bei diesem Punkt sind beide schon unheimlich kreativ geworden und haben sich selbst Alternativen gesucht. Das regt ihre Kreativität an, schützt Ressourcen und spart Geld.So hat unsere Tochter sich Bilderrahmen selbst gebastelt  oder ein Fotoalbum. Sie hat sich ein Heft selbst gemacht aus Papier und Kabelbinder, in dem sie zeichnen kann.Wollen/ brauchen sie es dann immer noch, kommen zwei weitere Dinge:
  3. Die Kinder müssen einmal drüber schlafen. Wollen Sie es am nächsten Tag immer noch?
  4. Wenn ja, fragen wir: Würdest Du es Dir von Deinem Taschengeld kaufen? Ist es so wichtig, dass Du x Wochen dafür sparen musst?

In vielen Situationen hat es sich nach Punkt 2 erledigt. Nach Punkt 3 und 4 sind nur noch sehr, sehr wenige Dinge übrig, die beide brauchen oder wollen.

Wie ist das bei Euch? Wie handhabt Ihr das mit Spielzeug? Sind die Kinderzimmer voll oder eher leer? Habt ihr noch einen Tipp?

Schreibt mir 🙂

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2 Kommentare bei „Minimalismus im Kinderzimmer – eine Anleitung – Teil II“

  1. Hallo Julia,

    danke für den Blogbeitrag über Eure Erfahrungen mit dem vielen Kinderspielzeug.
    Letztlich überfordert die Menge an Dingen die Kinder.
    Weniger ist oft mehr.

    herzliche Grüße

    Tine

    1. Liebe Tine,
      vielen Dank.
      Du hast recht, es ist meist eine Überforderung. Allerdings ist die Konsequenz den Kindern gegenüber in der heutigen Zeit auch nicht einfach. Viele haben Angst etwas falsch zu machen.
      Grüße
      Julia

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