Grünkohl

In meiner Blog-Reihe „Heimische Superfoods“ möchte ich Euch heute das Wintergemüse ever vorstellen. Der Grünkohl. Zu Unrecht hat er ein verstaubtes und altes Ansehen. Auch wenn meine Eltern und Großeltern ihn bereits zubereitet haben, oft klassisch mit Wurst, Speck oder als Kohlroulade.

Was sind Superfoods?

Der Begriff „Superfoods“ assoziiert, dass es sich um ein besonders gesundes Lebensmittel handelt. Jedoch ist dies, laut Wikipedia, ein Marketingbegriff, der ein Lebensmittel beschreibt, welches angeblich Gesundheitsvorteile bringt. So werden gern Chiasamen (Mexico), Moringa (Indien) und Acai (Brasilien) als Superfood bezeichnet. Dabei wird völlig außer acht gelassen, dass diese Produkte oft von weit her kommen und jede Menge Ressourcen verbrauchen. Nachhaltig ist das keineswegs. Wie gut dass es hier auch heimische Obst- und Gemüsesorten gibt, welche – regional und saisonal geerntet – nicht nur jede Menge Vitamine und Nährstoffe haben sondern auch sehr nachhaltig sind.

Saisonal und regional – nachhaltig und gesund

Saisonale und regionale Obst- und Gemüse sind Produkte, die dann geerntet werden wenn Saison ist, beim Grünkohl beginnt die Saison im November. Auch haben sie keine langen Transportwege hinter sich, wie die oben genannten Foods, sondern kommen vom Bauern um die Ecke.

Der Vorteil bei den saisonalen und regionalen Produkten ist, dass sie voll sind mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Sie wachsen dann, wenn die Zeit reif ist, das schmeckt man vor allem. Saisonale und regionale Produkte kosten weniger, weil sie nicht von weit her kommen oder Unterstützung benötigen (man denke hier nur an die riesigen Gewächshäuser von Almeria in Südspanien, damit alle auch im Winter Tomaten und Paprika essen können).

Sicherlich spricht hier nichts dagegen, den Speiseplan ab und zu mit etwas zu ergänzen, dass nicht regional oder saisonal ist, vor allem in den späten Wintermonaten. Aber die Versorgung in Deutschland ist so gut, dass eine regionale und saisonale Ernährung im Fokus stehen sollte.

Was macht den Grünkohl so gesund?

Der heimische Grünkohl steckt voller Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelementen und dabei ist er kalorienarm.

100 gr Grünkohl decken den Tagesbedarf an Vitamin C und Vitamin A und enthalten 1/5 des Tagesbedarfs an Folsäure eines Erwachsenen. Daneben ist der Winterkohl reich an Vitamin K, Vitamin E und enthält 4,5 g pflanzliches Protein.

Auch Mineralstoffe wie Calcium, Eisen und Zink sind in nennenswerter Menge enthalten. Daneben ist der Grünkohl voll mit sekundären Pflanzenstoffen und Antioxidanzien, die entzündungshemmend wirken, vor freien Radikalen schützen, der Hautalterung entgegenwirken und ihnen wird sogar eine krebsschützende Wirkung zugesprochen.

Grünkohl

Doch es gibt noch mehr Vorteile:

Wie alle anderen Kohlsorten, fördert der Grünkohl die Verdauung. Menschen die hier empfindlich reagieren (Stichwort: Blähungen) sollten sich langsam an Kohlgemüse gewöhnen. Durch seinen niedrigen Kaloriengehalt und seinen Ballaststoffgehalt von über 4 g pro 100 Gramm (zum Vergleich, der Mensch soll pro Tag etwa 25-40 g Ballaststoffe aufnehmen) macht Grünkohl lange satt und eignet sich hervorragend zum abnehmen. Er wirkst sich ausserdem positiv auf den Cholesterinspiegel aus und entgiftet, also ein perfektes DETOX-Gemüse.

Und wenn ich keinen Grünkohl mag?

Dann habe ich eine gute Nachricht für Dich, denn Geschmack kann trainiert werden. Gibt es etwas, was Du als Kind nie gegessen hast und als Erwachsener magst Du es auf einmal? Wir müssen ein Lebensmittel bis zu 60 mal probieren um zu wissen, ob wir es mögen oder nicht. Und der Körper lernt. Wenn Du also regelmäßig Grünkohl zu Dir nimmst, gewöhnst Du Dich an den Geschmack. Auf den Seiten der FAZ ist 2017 der Selbstversuch von Katrin Wesolowski erschienen, die Gemüse nicht mag und es trotzdem vier Wochen lang täglich isst und dieser Artikel ist mehr als lesenswert, Du findest ihn hier.

Fange mit kleinen Mengen an, im Smoothie, auf der Pizza, im Salat, in den Nudeln. Steigere dabei die Menge des hinzugefügten Grünkohls immer weiter.

Du möchtest mehr Obst und Gemüse in Deinen Essensplan integrieren? Hier habe ich Tipps und Tricks wie Du das spielend leicht schaffst.

Rezepte

Smoothies:
Hier sind Deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt. Füge zu Deinen normalen Smoothie-Lieblingsrezepten einfach etwas Grünkohl hinzu, roh natürlich. Entferne nur vorher den Stengel.

DETOX-Smoothie

Zutaten:
eine Banane
1 Handvoll Beeren
eine halbe Grapefruit
etwas Zitronensaft
eine handvoll Grünkohl
Wasser

Zubereitung:
Die Banane schälen, die Grapefruit auspressen. Den Grünkohl waschen und von den Stengeln befreien. Alles zusammen pürieren.

Da Beeren keine Saison haben, kannst Du hier auf Tiefkühlfrüchte zurück greifen, ich friere in den Sommermonaten immer welche ein, für den Winter.

Dieses Rezept ist durch die Bananen, die Grapefruit und die Zitrone natürlich nicht nachhaltig, aber gut für den Einstieg. Wenn Du Dich später an den Geschmack gewöhnt hast, kannst Du die Grapefruit und die Banane gegen saisonale und regionale Früchte austauschen wie Birnen, Äpfel oder Pflaumen oder Du erhöhst den Beerenanteil.

Immunbooster-Smoothie


Da der Herbst Erkältungszeit ist, ist es wichtig – vor allem in der jetzigen Zeit – sich mit ausreichend Vitaminen zu versorgen. Zum Glück gibt es um diese Jahrenzeit Obst und Gemüse, welches genau auf unsere Bedürfnisse abgestimmt ist.

Zutaten:
1 Orange
eine Zitrone
1/2 rote Bete roh oder gekocht
eine handvoll Grünkohl
1 Stück Ingwer
Wasser

Zubereitung:
Die Zitrone und die Orange auspressen. Den Grünkohl vom Stengel befreien und waschen. Die Schale vom Ingwer mit einem Löffel abschaben. Falls frische rote Bete benutzt wird, diese schälen und in Stücke schneiden.
Alle Zutaten zu einem Smoothie mixen und gegebenenfalls noch Wasser hinzugeben:

Grünkohl-Chips

Das wohl am meisten geliebte Grünkohl-Rezept bei uns zu Hause sind Grünkohl-Chips. Diese bestehen, ganz simpel, nur aus drei Zutaten – sind also definitiv clean – und schmecken so lecker, dass sie innerhalb kurzer Zeit bei uns zu Hause alle sind.

Zutaten:
500 gr Grünkohl
3 EL Olivenöl
Salz

Zubereitung:
Den Grünkohl waschen, von den Stengeln befreien und gut abtrocknen. Den Backofen auf 95 Grad Umluft vorheizen. Den Grünkohl mit 3 EL Olivenöl vermischen, so dass alles bedeckt ist und salzen. Alles gleichmäßig auf zwei mit Backpapier belegte Backbleche schichten und im Backofen trocknen lassen bis sie knusprig sind. Zwischendurch immer wieder kurz die Backofentür öffnen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.
Bei uns dauert das ca. eine Stunde, unterscheidet sich aber von Backofen zu Backofen.

Ich nutze seit langem kein Backpapier mehr. Bisher hatte ich Backfolien, war aber unzufrieden mit dem Produkt. Für den Sommer hatten wir uns Grillmatten für das Gemüse bestellt. Diese nutze ich nun auch statt Backpapier. Unsere sind diese hier*.

Grünkohl Chips

Grünkohl gebraten

Wir essen Grünkohl aber auch ganz simple – einfach nur angebraten.
Dazu ebenfalls den Grünkohl waschen und von den Stengeln befreien, in 1 EL Olivenöl anbraten. Etwas Wasser dazugenen und gut 10 Minuten dämpfen lassen. Mit Salz, Pfeffer und Paprika edelsüß würzen und fertig. Wir essen ihn zu Nudeln, Kartoffeln, einfach so.

Grünkohl ist definitiv ein Superfood, dazu regional und saisonal. Er ist nicht nur gesund, er schmeckt. Heutzutage gibt es unglablich viele Rezepte die leicht und modern daher kommen. Aber auch die Rezepte unserer Eltern und Großeltern sind es wert, gegessen zu werden. Grünkohl ist nachhaltig, eben weil er um diese Jahreszeit in unserer Gegend wächst und nicht von weit her transportiert werden muss.

Falls Du Dich mit Grünkohl gar nicht anfreunden kannst, gibt es alle guten Inhaltsstoffe auch als Pulver*. Das kannst Du Dir in deine Smoothies streuen.

Schaut doch mal auf Eurem Wochenmarkt nach.

Hinterlasst mir gern einen Kommentar, ob Ihr Grünkohl mögt, bereits esst oder noch nie probiert habt.