Rosenkohl

Ich glaube, kein anderen Gemüse wird so kontrovers diskutiert wie der Rosenkohl. Entweder Du liebst ihn oder Du hasst ihn. Dabei ist der Rosenkohl der Star unter den Kohlsorten, quasi der Adlige. Warum? Und das meiner Meinung nach weltbeste Rezept finde ihr hier!

Der Rosenkohl – Kurzbiografie

Im 16. Jahrhundert durch belgische Bauern das erste Mal angebaut, startete er im 19. Jahrhundert seinen Siegeszug durch Europa. Er stammt aus der Gruppe des Gemüsekohls und seine Pflanzengattung ist die des Kreuzblütlers.

Der Rosenkohl hat Saison von Oktober bis Januar und ist damit ein klassisches Wintergemüse. Er ist zu 15% aus reginalem Anbau erhältlich und hat somit kurze Transportwege hinter sich. Damit ist er nicht nur nachhaltig, er behält vor allem seine wertvollen Inhaltsstoffe.

Die Superpower des Rosenkohl

Viele Menschen nehmen Superfoods zu sich. Das sind Lebensmittel, welche von bestimmten Nährstoffen eine große Menge enthalten. Der Rosenkohl enthält pro 100 Gramm über 100 mg Vitamin C. Dazu kommen B-Vitamine, Kalium, Zink und Eisen.

Wenn man die kurzen Transportwege sieht, ist er damit ein echtes Powerfood für unsere Ernährung. Dazu gibt es ihn saisonal, regional und Verpackungsfrei. WIN WIN!

Ballaststoffe für die Verdauung

Jeder von uns sollte pro Tag mindestens 30 Gramm Ballaststoffe zu sichen nehmen.

Ballaststoffe sind unverdauliche Pflanzenteile wie zum Beispiel Fasern von Pflanzen, die Schale von Getreide aber auch Pektine, also pflanzliche Vielfachzucker und so weiter.

Diese Ballaststoffe kann unser Darm nicht verwerten. Und das ist wichtig. Denn sie sorgen für eine gute Verdauung und durch sie siedeln sich in unserem Darm die richtigen Bakterien an.

Es wird unterschieden zwischen löslichen Ballaststoffen wie Pektin, Inulin ua. Diese können das Vielfache ihres Gewichtes an Wasser aufnehmen. Sie quellen auf, dienen den guten Darmbakterien als Futter und sorgen für regelmäßigen Stuhlgang. Da im Darm unser Immunsystem sitzt, ist es wichtig, die guten und nützlichen Darmbakterien zu füttern.

Aber es gibt auch unlösliche Ballaststoffe. Diese nehmen zwar weniger Wasser auf als die löslichen, können aber von den Bakterien nicht abgebaut werden und sorgen damit für eine Volumenvergrößerung des Darminhaltes und helfen uns somit, regelmäßig auf Toilette zu gehen.

Der Rosenkohl enthält pro 100 Gramm etwa 4,0 Gramm Ballaststoffe. Etwa 700 Gramm würden unseren Mindest-Tagesbedarf decken. Fakt ist, dass 75% der Frauen und 68% der Männer nicht genügend Ballaststoffe aufnehmen.

Rosenkohl gebraten

Rosenkohl – weitere Vorteile

Neben den Vorteilen, die Du bisher gelesen hast, kommen aber noch weitere dazu.

Im Gegensatz zu anderen Kohlsorten, ist Rosenkohl besser verträglich. Er liegt nicht so schwer im Magen und kann besser verdaut werden.

Er wirkt zudem entgiftend und hat einen guten Einfluss auf die Verdauungssäfte in Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse.

Rosenkohl ist so bitter

Viele Menschen mögen den Rosenkohl deshalb nicht, weil er bitter schmeckt. Dabei wirken sich Bitterstoffe gut auf unseren Körper aus – trinken viele doch gern einen Magen“bitter“ nach dem Essen.

Bitterstoffe reduzieren den Heisshunger auf Süßigkeiten. Beim Rosenkohl reduziert der erste Frost den bitteren Geschmack. Hier sollte man den Rosenkohl später im Winter kaufen und zubereiten.

Vorbereitung

Du hast Dich entschieden es mit dem Rosenkohl zu versuchen. Was musst Du beachten?

Kaufe nur Röschen die fest sind und wo die Blätter geschlossen sind. Das deutet darauf hin, dass er frisch ist. Ich kaufe den Rosenkohl dann, wenn er Saison hat, beim Bio-Bauern meines Vertrauens. Dort weiss ich, dass ich frische und vor allem plastikfrei verpackten Rosenkohl bekomme.

Im Kühlschrank hält er sich im Gemüsefach etwa 3-4 Tage. Solltest Du ihn in der Zeit nicht verzehren wollen, kannst Du ihn einfrieren. Vorher solltest Du ihn putzen und für zwei Minuten in kochendem Wasser blanchieren und anschließend mit Eiswasser abschrecken. Dann frierst Du ihn nebeneinander auf einem Tablett oder Teller liegend ein. So friert er schneller durch. Ist er gefroren, kannst Du ihn in Behälter verpacken. So hält er sich etwa 9 Monate.

Du möchtest ihn gleich essen? Prima!

Bevor Du ihn garst, musst Du ihn putzen. Nimm ein Messer, schneide unten den Strunk etwas ab und entferne die welken, losen Blätter. Anschliessend ritzt Du den Strunk kreuzweise ein. Nun kannst Du ihn weiterverarbeiten.

Unser absolutes Lieblingsrezept!

Wir essen sehr gern Rosenkohl und machen ihn eigentlich immer gleich.

Wir putzen ihn wie oben besprochen. Anschließend halbieren wir den Rosenkohl durch den Strunk. Nun erhitzen wir gutes Olivenöl in einer Pfanne und legen den Rosenkohl mit der Schnittseite nach unten in die Pfanne. Jetzt lassen wir ihn ein wenig vor sich hin brutzeln bei mittlerer Temperatur. Wenn die Schnittseite des Rosenkohl leicht gebräunt ist, geben wir pro 250 Gramm Rosenkohl etwa 2 EL Soja-Soße dazu und 2 EL Wasser. Für 1-2 Minuten garen. Nun etwa 1 TL braunen Rohrzucker darüber vertreuen, noch kurz garen lassen und sofort servieren.

Der Rosenkohl verliert einen Teil seiner Inhaltsstoffe je länger er gegart wird, des halb so kurz wie möglich und so lang wie nötig. Je nach Herd (wir haben einen Induktionsherd) kann dies kürzer oder länger sein.

Ein weiteres gutes Rezept

Wir lieben Ofengemüse. Es ist unkompliziert, backt von alleine und wir haben wenig Aufwand. Wir essen oft Ofengemüse, weil man alles zusammen mischen kann und mit einem Kräuterquark ein perfektes Essen hat.

Für den Ofen-Rosenkohl bereitest Du ihn genauso vor, wie für unser Lieblingsrezept. Gibt die Rosenkohlhälften in eine Schüssel und mische sie mit Olivenöl, Knoblauch, Salz, Pfeffer, Paprika und braunem Rohrzucker. Wenn Du es käsig möchtest, mische einen EL Hefeflocken dazu. Wir nutzen gern die Vitam Hefeflocken*. Gare den Rosenkohl etwa 10-15 Minuten bei 200 Grad Ober- Unterhitze.

Zusammenfassung

Der Rosenkohl ist ein besonderes Gemüse. Im Gegensatz zu seinen großen Verwandten ist er besser verdaulich, schnell zubereitet und kann auch in kleineren Mengen erworben werden.

Er hat einiges an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen zu bieten und ist – und das ist das Beste – regional und unverpackt erhältlich.

Da er regional und saisonal angeboten wird, ist er auch ideal für Menschen, die neben ihrer Ernährung auf das Geld achten wollen oder müssen. Regionale und saisonale Lebensmittel sind oft günstiger als Obst und Gemüse welches eingefloren/ eingeschifft wird. Wir raten immer zu Bio-Produkten.

Wir – sogar die Kids – haben den Rosenkohl lieben gelernt und freuen uns jedes Jahr auf die Saison. Übrigens: Magst Du Grünkohl? Hier findest Du mehr darüber.

Hinterlass mir doch gern einen Kommentar mit Deinem Lieblingsrezept. Magst Du den Rosenkohl oder hasst Du ihn?