Optimismus kann man lernen? Kann man lernen!

Als ich mit Anfang 20 von meiner Heimatstadt ins Schwabenländle zog war ich ein purer Optimist. Mit den Jahren wurde das Bruddeln und Motzen auch zu einem Teil meiner Selbst. Irgendwann konnte ich mich selbst nicht mehr leiden und beschloss, mich wieder der Sonnenseite des Lebens zuzuwenden. Das es schwer werden würde war mir klar – auch viel schwerer als in anderen Gegenden Deutschlands, weil das Bruddeln (also das vor-sich-hin-schimpfen) hier quasi Grundrecht ist.

Was ist Optimismus?

Laut einer großen, freien Enzyklopädie im www ist ein Optimist ein Anhänger des Optimismus. Optimismus ist hierbei eine Lebensauffassung, in der die Welt oder die Sache von der besten Seite betrachtet wird. Man sieht das Positive im Leben. Damit lebt man vor allem gesünder als Pessimisten – die das Negative sehen – und kann Stress besser bewältigen.

Optimisten sehen die Chancen, welche das Leben bietet während Pessimisten sich die Risiken vor Augen führen.

Wir sind was wir denken. Alles was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken formen wir die Welt.
– Buddha –

Hier kommen wir dem ersten Punkt des Optimismus auf die Spur.

Konzentriere Dich auf das Positive in Deinem Leben

Wir alle haben positive Dinge in unserem Leben. Wenn wir mit offenen Augen durch die Welt gehen, sehen wir unglaublich viele tolle, positive Dinge. Die Frau, welche uns anlächelt, wenn wir vorbei gehen. Der Autofahrer, der uns rein lässt, obwohl er Vorfahrt hat. Die Kollegin, die Kuchen mitbringt, einfach so. Jeden Tag geschehen wundervolle Dinge, wir müssen sie nur wahr nehmen.

Eine kleine Übung:

Um schöne Dinge bewusst wahrzunehmen hilft es, wenn Du Dir ein paar kleine Steine in deine linke Hosentasche steckst. Jedesmal wenn dir etwas Positives oder Wundervolles auffällt oder geschieht, nimm einen kleinen Stein aus der linken und stecke ihn in die rechte Hosentasche. Zuerst wird es vielleicht nur ein Stein am Tag sein, aber bald werden es mehr. Du fängst an nach positiven Dingen Ausschau zu halten und trainierst damit Dein Verhalten und deine Sicht auf positive Dinge. Abends kannst Du Dir bei jedem Stein noch einmal ins Gedächtnis rufen, warum er die Seite gewechselt hat.

Dankbarkeitstagebuch oder Dankbarkeitsglas

Dankbare Menschen sind glücklicher!

Studien zufolge sind dankbare Menschen glücklicher, zufriedener und optimistischer. Aber wie entwickelt man Dankbarkeit? Mach es Dir zur Gewohnheit jeden Tag zur gleichen Zeit etwas, wofür Du dankbar bist, auf einen Zettel oder in ein Notizbuch zu schreiben. Das kann der Kaffee am Morgen sein, der Dich wach werden lässt oder die Nachbarin, die Deine Blumen gießt wenn Du nicht da bist. Ich zum Beispiel bin dankbar, wenn die Sonne scheint. Oder wenn meine Kinder gesund aufwachen. Ich bin dankbar, wenn kein Stau ist auf dem Weg zur Arbeit oder wenn ich es schaffe, mich 10 Minuten ruhig hinzusetzen und einen Kaffee zu trinken.

Es gibt viele Momente der Dankbarkeit in meinem Leben.

Das Dankbarkeitsglas ist ein schönes Ritual. Schreibe jeden Tag etwas auf wofür Du dankbar bist und wirf den Zettel in ein schönes, etwas größeres Glas. Über die Wochen und Monate hinweg kannst Du sehen, wie es immer mehr Zettel werden. Sieh Dir die Zettel an Silvester oder an Deinem Geburtstag an und erinnere Dich an viele dankbare Momente im vergangenen Jahr. Schöner kann ein neues (Lebens-)Jahr nicht starten. Das gleiche funktioniert natürlich auch mit einem Notizbuch.

Sport machen

Du möchtest positiv denken? Dann bewege Dich! Sport reduziert den Stress indem es Glückshormone ausschüttet. Wer regelmäßig Sport treibt ist selbstbewusster. Hattest Du schon mal richtig schlechte Laune und bist dann laufen oder schwimmen gegangen? Wie war Deine Stimmung danach? Ich weiss nicht wie es Dir geht, aber ich fühle mich nach dem Laufen großartig. Ich komme heim und bin fertig, aber glücklich. Negative Gedanken haben hier keinen Platz bei mir. Ich bin stolz, dass ich Laufen war, glücklich dass ich es geschafft habe. Der Stress und die Hektik – welche ich bis dahin gespürt habe – sind weg. Bewegung ist eines der effektivsten Mittel um optimistischer zu werden und positiver zu denken.

Halt Dich von negativen Menschen fern oder reduziere den Kontakt auf ein Minimum!

Wir alle kennen Sie, die ewig nörgelnden Menschen, welche alles schlecht reden. Regnet es, meckern sie, weil es nass ist, schneit es, ist es zu kalt, scheint die Sonne wird gemeckert weil sie blendet oder es ist zu heiß. Auch in meinem Leben gab es solche Menschen – Energiefresser. Ich habe mich von Ihnen verabschiedet. Wo es nicht ging habe ich den Kontakt auf ein Minimum reduziert. Überlege Dir, wer Dir in Deinem Leben Kraft gibt, wo der Kontakt positiv ist. Diese Menschen sind wichtig.

Nimm Dir Zeit für Dich selbst!

Nachdem ich mich längere Zeit selbst beobachtet habe, wurde mir bewusst, dass ich immer dann pessimistisch wurde, wenn zu wenig Zeit für mich selbst war. Wenn die Achtsamkeit auf mich selbst verloren ging. Wenn ich mich zu wenig um mich selbst gekümmert habe. Es hat eine ganze Zeit gedauert bis mir klar wurde, dass ich regelmäßig Zeit nur mit mir brauche, alleine. Seit ich das weiss, nehme ich mir immer wieder eine Auszeit. Ich bitte die Kinder und meinen Mann, mich nicht zu stören. Sie akzeptieren meinen Wunsch ohne mit der Wimper zu zucken und ziehen sich zurück. Und ich genieße die Zeit. Ich mache mir einen Tee, lackiere mir die Nägel, gehe in die Wanne oder schaue aus dem Fenster. Ich genieße die Stille in dieser lauten Welt und bin ganz bei mir. Danach fühle ich mich voller Kraft und innerlich wieder am richtigen Platz.

Meditiere

Meditieren hat unglaublich viele Vorteile. Neben einem besseren Schlaf, einer besseren Stressresistenz oder einer höheren Kreativität lassen wir uns von negativen Emotionen weniger leicht beeinflussen. Das wiederum hat Auswirkungen auf unser Denken und Fühlen. Wer meditiert ist zentrierter, mehr bei sich und denkt positiver. Die kleinen Auszeiten helfen uns so optimistischer zu sein.

Falls Du noch nie meditiert hast, fang ganz klein an. Setz Dich auf einen Stuhl oder ein Kissen (so dass Dein Rücken grade ist und Du gut atmen kannst) und schließe die Augen. Konzentriere Dich nur auf Deinen Atem. Wenn ein Gedanken kommt – und am Anfang kommen viele – halte sie nicht fest, sondern lass sie weiter ziehen. Mit der Zeit wirst Du immer besser und kannst die Meditationszeit erhöhen. Eine wundervolle Morgenmeditation findest Du hier: Guten Morgen Meditation

Probier es aus!

Inzwischen gehöre ich wieder zu den Optimisten im Leben, ich freue mich auf jeden neuen Tag den ich erleben darf. Ich bin dankbarer, ausgeglichener und glücklicher. Wir sollten die Zeit die wir haben genießen und das Glücklichsein nicht auf später verschieben. Keiner von uns weiß wie lange das später dauert.

Eines Tages besucht ein Hund den Tempel der tausend Spiegel. Er steigt die hohen Stufen hinauf, betritt den Tempel, schaut in die tausend Spiegel, sieht tausend Hunde, bekommt Angst und knurrt. Mit gekniffenem Schwanz verläßt er den Tempel in dem Bewußtsein: die Welt ist voller böser Hunde. Kurze Zeit später kommt ein anderer Hund in den gleichen Tempel. Auch er steigt die Stufen empor, geht durch die Tür und betritt den Tempel der tausend Spiegel. Er sieht in den Spiegeln tausend andere Hunde, freut sich darüber und wedelt mit dem Schwanz. Tausend Hunde freuen sich mit ihm und wedeln zurück. Dieser Hund verläßt den Tempel in dem Bewußtsein: Die Welt ist voller freundlicher Hunde.

Aus Indien

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